Viagra®
(Wirkstoff Sildenafil) hat Konkurrenz bekommen
Von
Dr. med. Jochen Kubitschek
Der
Wirkstoff Tadalafil (Cialis® von Lilly) hat im November
2002 die europäische Zulassung zur Behandlung von Patienten
mit erektiler Dysfunktion (ED) erhalten und ist seit 1.
Februar 2003 auf Rezept in allen deutschen Apotheken erhältlich.
Der
Viagra-Konkurrent gehört auch zur Substanzgruppe
der selektiven Phosphodiesterasehemmer (PDE 5-Hemmer)
und entfaltet seine Wirkung durch eine unmittelbare Steigerung
der Durchblutung im Penis.
Im Vergleich zu Sildanafil (Viagra®), das erfahrungsgemäß
etwa 60 Minuten vor einem geplanten Geschlechtsakt eingenommen
werden sollte, weist die Herstellerfirma Lilly darauf
hin, dass der Wirkungseintritt von Tadalafil (Cialis®)
schneller ist. Auch die Wirkungsdauer soll länger
als jene von Viagra® sein.
Die
Einnahme von Cialis® kann daher während eines
Zeitraumes von 30 Minuten bis 12 Stunden vor einer geplanten
sexuellen Aktivität erfolgen. Diese Anwendungsweise
hat große psychologische Vorteile und ist mit einem
Gewinn an Lebensqualität verbunden. Die Halbwertzeit
von Tadalafil (Cialis®) liegt bei 18 bis 24 Stunden.
Da eine der bekannten Hauptursachen der erektilen Dysfunktion
das Vorliegen einer Zuckerkrankheit ist, interessiert
viele Anwender die Frage, ob das Medikament auch bei Diabetikern
hilft. Die bisher vorliegenden Daten deuten darauf hin,
dass dies der Fall ist.
Aufgrund
der langen Halbwertszeit darf pro Tag maximal eine Tablette
Cialis® eingenommen werden. Die tägliche Einnahme
kann derzeit ärztlicherseits aufgrund fehlender Erfahrungen
noch nicht empfohlen werden.
Ähnlich
wie Viagra® darf Cialis® nicht bei instabiler
Angina pectoris (Durchblutungsstörungen am Herzmuskel)
oder schwere Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
eingenommen werden. Tadalafil (Cialis®) verstärkt
wie Viagra ® die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten,
daher ist die Anwendung bei Patienten nicht erlaubt, die
Nitrate einnehmen.
Aufgrund des Wirkmechanismus darf Cialis® nicht bei
Herzrhythmusstörungen, niedrigem Blutdruck unter
90/50mmHg oder nach akutem Herzinfarkt und/oder Schlaganfall
eingenommen werden.
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